Was ein Website-Budget im Schweizer KMU wirklich abdecken muss
Offerten für Websites sind schwer vergleichbar, weil sie unterschiedlich viel enthalten. Eine Aufschlüsselung der Posten, die im ersten Jahr tatsächlich anfallen.
Von Sascha Burgener
Das Wichtigste in Kürze
- Der Bau der Website ist meist der kleinere Teil. Inhalte, Betrieb und Pflege bestimmen die Gesamtkosten.
- Vergleichbar werden Offerten erst, wenn Sie nach den Kosten über drei Jahre fragen, nicht nach dem Preis für die Erstellung.
- Die teuerste Variante ist fast immer die, die nach zwei Jahren neu gemacht werden muss.
Wer drei Offerten für eine Website einholt, erhält oft Beträge, die um den Faktor fünf auseinanderliegen. Das liegt selten daran, dass jemand zu teuer ist. Es liegt daran, dass die drei Angebote unterschiedliche Dinge beschreiben, ohne dass das aus dem Dokument hervorgeht.
Die Posten, die im ersten Jahr anfallen
Unabhängig vom Anbieter fallen dieselben Arbeiten an. Die Frage ist nur, wer sie macht und ob sie in der Offerte stehen:
- Konzept und Struktur: Welche Seiten, welche Reihenfolge, welches Ziel pro Seite.
- Inhalte: Texte, Bilder, allenfalls Übersetzungen. Der Posten, der am häufigsten fehlt und am häufigsten das Projekt verzögert.
- Gestaltung und Umsetzung: der Teil, den die meisten mit dem Preis der Website gleichsetzen.
- Rechtliches: Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Einwilligung nach revidiertem Datenschutzgesetz.
- Betrieb: Hosting, Domain, Zertifikate, E-Mail-Versand aus Formularen.
- Pflege: Sicherheitsaktualisierungen, kleine Änderungen, Erreichbarkeitskontrolle.
Erfahrungsgemäss macht die reine Umsetzung weniger als die Hälfte des ersten Jahres aus. Wer nur diesen Posten vergleicht, vergleicht die falsche Zahl.
Warum Inhalte der kritische Pfad sind
In den meisten Projekten steht die Technik früher bereit als die Texte. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern eine Fehleinschätzung des Aufwands: Ein guter Seitentext braucht mehrere Durchgänge und eine Entscheidung darüber, was das Unternehmen eigentlich verspricht. Diese Entscheidung kann kein Dienstleister abnehmen, er kann sie nur strukturieren.
Praktisch bewährt hat sich, die Inhalte als eigenen Posten mit eigenem Termin zu führen und nicht als Nebenaufgabe der Geschäftsleitung. Wo das Budget knapp ist, lohnt es sich eher, an der Anzahl Seiten zu sparen als an deren Qualität.
Der Unterhalt entscheidet über die Gesamtkosten
Eine Website, die niemand pflegt, ist nach zwei Jahren technisch veraltet und muss ersetzt werden. Damit wird die günstige Erstellung zur teuren Variante. Umgekehrt hält eine sauber gebaute Seite mit kleinem, regelmässigem Unterhalt problemlos fünf Jahre und länger. Der Unterschied liegt nicht im Startpreis, sondern in der Bauweise und darin, ob jemand zuständig ist.
Fazit
Fragen Sie nicht, was die Website kostet, sondern was sie über drei Jahre kostet und was in dieser Zahl enthalten ist. Führen Sie die Inhalte als eigenen Posten mit eigenem Termin. Und rechnen Sie den Unterhalt von Anfang an ein: Er ist der Posten, der über die Gesamtkosten entscheidet.
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